|
|
PRN-MAGAZIN |
| Hinweis:
Das PRN-Magazin ist ein Podium für Journalisten und Reporter. Die
auf dieser Seite veröffentlichten Beiträge unterliegen dem Urheberrecht
und dürfen nur mit Zustimmung des genannten Autors kommerziell in
irgend einer Weise genutzt werden. Lektüre und Ausdrucken zum ausschließlich
privaten Gebrauch sind zulässig. Nähere Informationen erhalten
Sie durch Kontakt mit dem Pressebüro Rhein-Neckar.
|
| PRN-MAGAZIN
- 01.11.2004 Spontanheilung bei Krebs: Wenn Wunder Wirklichkeit werden: Unerklärliche Spontanheilungen bei Tumorerkrankungen sollen wissenschaftlich erforscht werden Sylvia hatte Krebs. Die Ärzte gaben ihr nur noch wenige Wochen, vielleicht noch ein paar Monate. Doch Sylvia gab nicht auf. Sie lebte länger, als jeder Facharzt vorhergesagt hatte. Der Tumor hatte sich spontan zurückgebildet und war eines Tages verschwunden. Was wie ein Märchen klingt, ist Wahrheit, denn Sylvia gehört zu den sehr seltenen Fällen, in denen Krebskranke ohne erkennbaren Grund von alleine wieder gesund werden. Bislang können Ärzte dieses Phänomen nicht erklären:
ein zuvor festgestellter Tumor bildet sich vorübergehend oder auch
dauerhaft zurück oder verschwindet sogar ganz. Dieses 'Wunder'
ist nach Angaben von Experten nur bei etwa einer von 60.000 bis 100.000
Krebserkrankungen zu erwarten, und man schätzt, dass pro Jahr weltweit
nicht mehr als 20 bis 30 solcher Fälle auftreten. Dass es diese
Fälle gibt, ist inzwischen eine anerkannte und nicht mehr weg zu
diskutierende Tatsache. Jetzt wollen Mediziner und Grundlagenforscher
solche ungewöhnlichen Krankheitsverläufe mit spontaner Tumorrückbildung
systematisch untersuchen und als Quelle für wertvolle Informationen
nutzen. Spontanheilung beruht auf mehreren Mechanismen Die Forscher sehen in der Psyche der Krebspatienten einen ernst zu
nehmenden Faktor, der bei Heilungsprozessen eine Rolle spielen kann.
Befragt, was wohl ausschlaggebend für ihren Sieg über den
Krebs gewesen sei, bekannte Sylvia in einem Gespräch mit einem
amerikanischen Psychotherapeuten: "Ich fühle wirklich, dass
ich gegenüber dieser Sache aggressiv wurde. Ich ließ mich
nicht einfach gehen, um zu weinen und klagen, 'Oh je, jetzt muss ich
sterben.' Überhaupt nicht. Ich befasste mich mit allem Möglichem
um herauszufinden, was mir am besten helfen konnte. Und ich fühlte
tatsächlich, dass mir irgendetwas zu Hilfe kam. Ich glaube, dass
eine Kraft, die stärker war als ich selbst bin, mir den richtigen
Weg wies. Ich fühlte, dass die Gebete anderer Leute, die für
mich gesprochen wurden, mir halfen. Ich glaube, dass man sich selbst
geistig von einigen dieser Gedanken frei machen kann. Ich fühlte,
dass ich von überall her Hilfe bekam. Eine höhere Macht führte
mich zu den richtigen Leuten, die das unternahmen, was medizinisch notwendig
war." Möglichkeiten von Spontanheilungen eindeutig bestätigt Mediziner und Zellbiologen sind davon überzeugt, dass ein bislang
wenig beachteter Vorgang eine wichtige Rolle spielt. Dieser biologische
Mechanismus wird als 'Programmierter Zelltod' oder 'Apoptose' bezeichnet
und ist für alle Organismen lebenswichtig. Er sorgt dafür,
dass Körperzellen, die ihre Funktion erfüllt haben, absterben
und durch neue Zellen ersetzt werden. Wenn Fehlfunktionen von Zellen
auftreten, lösen verschiedene Signale ebenfalls dieses 'Selbstmordprogramm'
aus und sorgen dafür, dass sich die krankhaften Zellen nicht vermehren
können. In der Krebsforschung ist die Apoptose derzeit ins Zentrum
des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Eine Arbeitsgruppe um
Dr. Klaus-Michael Debatin von der Universitätskinderklinik Heidelberg
untersucht das Apoptose-System bei Spontanheilungen. "Wenn es uns
gelingt, Apoptose in einzelnen Tumorzellen auszulösen, kann sie
sich leicht auf die benachbarten Tumorzellen ausbreiten." Autor: © DR. MARTIN MÜHLEISEN |
Diskussionsforum:Schreiben Sie eine E-Mail, die wir an dieser Stelle veröffentlichen! => hier klicken 1. Ihre Anmerkungen: |
|
|
|
|
| [Home] | [Redaktionsservice] | [Allgemeine Geschäftsbedingungen] | [E-Mail] |